Gewährleistung & Garantie

Gewährleistung und Garantie – ist das nicht dasselbe? Beim Autokauf ist es das nicht. Während Autohersteller dazu verpflichtet sind, eine Garantie zu geben, stehen die beiden Begriffe beim Händler für völlig unterschiedliche Dinge. Um Ihnen zu erläutern, wann Ihnen welche Kostenübernahme zusteht, haben wir die Begriffe für Sie sortiert.

 

Herstellergarantie

Eine Garantie ist für Hersteller verpflichtend. In diesem Rahmen müssen sie garantieren, dass alle Teile eines Fahrzeugs mindestens zwei Jahre halten. Verschleißschäden sind jedoch ausgenommen. Interessanterweise sind jedoch die Längen der Garantie bei Autoherstellern ganz unterschiedlich. Während deutsche Hersteller zwei Jahre bieten, können es bei asiatischen Anbietern schon fünf bis sieben Jahre sein.

 

Händlergewährleistung

Händler unterliegen der Sachmängelhaftung. Diese bezieht sich auf Mängel, die bereits bei der Auslieferung vorlagen. Ausgeschlossen davon sind Verschleißschäden. Besonders interessant ist diese Gewährleistung während der ersten sechs Monate nach dem Verkauf. Denn dann greift die Beweislastumkehr. Das heißt: Bei einer Beanstandung muss nicht der Käufer nachweisen, dass der Schaden schon bei Auslieferung bestand, sondern der Händler muss nachweisen, dass dieser Schaden bei Auslieferung noch nicht bestand. Wenn das erste halbe Jahr vorbei ist, liegt die Beweislast allerdings wieder beim Käufer. Wer dann beim Händler auf Granit beißt, kann sich allerdings noch auf die Herstellergarantie berufen, wenn diese noch besteht. Das kann auch durchaus bei einem jüngeren Gebrauchtwagen der Fall sein.

 

Anschluss- und Gebrauchtwagengarantie

Mit Gebrauchtwagengarantie ist jedoch nicht die Händlergewährleistung bzw. Sachmängelhaftung gemeint. Hinter diesem Begriff verbirgt sich wie auch bei Anschlussgarantie oder Garantieverlängerung ein freiwilliges Angebot eines Händlers. In der Regel sind solche Angebote mit Kosten verbunden und unterliegen Bestimmungen, die Sie sich gründlich durchlesen sollten, bevor Sie ein entsprechendes Produkt gegen Gebühren erwerben.

 

Gewährleistung bei Privatverkäufen

Private Verkäufer eines Gebrauchtwagens können – anders als Händler – die Sachmängelhaftung vertraglich ausschließen. Deshalb ist es beim Kauf eines Gebrauchtwagens von einer Privatperson besonders wichtig festzustellen, ob sich eventuell ein Händler dahinter verbirgt, der seine Gewährleistungspflicht umgehen will. Ebenso empfehlenswert ist es bei einem solchen Privatverkauf, einen vorgefertigten Modellvertrag (erhältlich etwa beim ADAC oder dem TÜV) zu verwenden. Denn dieser enthält verbindliche Aussagen über den Zustand des Wagens. Stellen sich diese als unwahr heraus, bleibt nicht zwingend der Käufer auf Reparaturkosten sitzen.

 

Gewährleistung bei Reparaturen

Nach Beendigung aller Gewährleistungs- und Garantiefristen müssen Sie zumeist Reparaturkosten selbst bewältigen. Die Sachmängelhaftung gilt allerdings auch für Werkstätten – wenngleich in anderer zeitlicher Ausprägung. Denn auf eine Reparatur stehen Ihnen zwölf Monate Gewährleistung zu. In dieser Zeit muss eine Werkstatt einen mit der Reparatur verbundenen Mangel unter Übernahme aller Kosten im eigenen Betrieb beheben. Auch in diesem Fall sind Verschleißschäden kein Bestandteil der Sachmängelhaftung.

 
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