Bei frischen E-Auto-Besitzern und denen, die es werden wollen, herrscht oft große Unsicherheit darüber, welches Kabel mit welchem Stecker benötigt wird. Tatsächlich gibt es nämlich keinen weltweiten Standard. Im Gegenteil: Je nach Marke und Ort der Herstellung variieren auch die Kabel und Stecker. Glücklicherweise hat sich zumindest innerhalb Europas die Nutzung von Typ-2-Steckern und CCS-/Combo-Steckern durchgesetzt. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die verschiedenen Ladekabel und Steckertypen für E-Autos vor und erklären Ihnen, worauf es bei der Nutzung und beim Kauf zu achten gilt. 

Wie der Name schon verrät, erkennen Sie das Sonderkennzeichen am Buchstaben „E“, der sich am Ende der Zahlenkombination befindet. Weitere Unterschiede zum gewöhnlichen Nummernschild gibt es nicht.

Das E-Kennzeichen in Standardgröße (520 x 110 mm) bietet somit Platz für acht Zeichen inklusive des „E“ und hat keine spezielle Länge. Ein verkürztes einzeiliges Schild bietet sechs Zeichen Platz.

Wer ein zweizeiliges Kennzeichen benötigt, hat nach dem Ortskürzel noch vier oder fünf Zeichen frei. 

Wer ein E-Auto fährt, kommt um das passende Ladekabel nicht herum – egal, ob zu Hause oder unterwegs. In der Regel ist ein Kabel für mehrere tausend Ladezyklen ausgelegt und darum ein langfristiger, treuer Begleiter. Auch wenn an manchen Ladestationen passende Ladekabel hinterlegt sind, muss das nicht zwangsläufig immer so sein. Darum sollten Sie immer ein Kabel im E-Auto mitführen. Aber welches?

 

In der Regel wird zwischen zwei verschiedenen Ladekabeln unterschieden: Mode-2-Ladekabel und Mode-3-Ladekabel.

 

Mode-2-Ladekabel 

Das Mode-2-Ladekabel für E-Autos gibt es in verschiedenen Varianten und kann an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose (Schuko) angeschlossen werden. Es kommt oft vor, dass der Hersteller diese Art von Kabel werksseitig bereits mitliefert, sodass das Laden in Notfällen zu Hause ohne viel Aufwand erfolgen kann. Eigentlich sind Haushaltssteckdosen allerdings nicht für diese starken Dauerbelastungen ausgelegt, weshalb das Risiko eines Kabelbrands erhöht ist. Auch die Ladedauer leidet beim Laden an der normalen Steckdose, denn der Ladevorgang geschieht sehr langsam. Geeigneter für zu Hause ist eine Wallbox. Diese hat eine ICCB (in-cable control box) integriert, die die Kommunikation zwischen E-Auto und Ladeanschluss übernimmt. Hier kann mit Gerätestrom von bis zu 32 Ampere geladen werden.

 

Mode-3-Ladekabel 

Das Mode-3-Ladekabel ist für die Nutzung an Ladestationen geeignet und in unterschiedlichen Längen erhältlich. Für diese Art von Kabeln ist keine zusätzliche Kontrollbox nötig, denn Ladepunkt und E-Auto können ohne Hilfsmittel direkt miteinander kommunizieren. Mit bis zu 250 Ampere und 43 Kilowatt können Sie hier laden – die Ladegeschwindigkeit ist damit deutlich höher als bei einem Mode-2-Ladekabel.

Mode-3-Kabel kommen ebenfalls in unterschiedlichen Varianten und auch mit unterschiedlichen Steckertypen daher. Hier in Europa ist hauptsächlich der Typ-2-Stecker im Einsatz. Abhängig davon, welches E-Auto-Modell Sie fahren, wird ein Ladekabel also von Typ-2 auf Typ-2 bzw. von Typ-2 auf Typ-1 gebaucht. Wer sein Auto regelmäßig zu Hause lädt, sollte die Anschaffung eines Mode-3-Ladekabels in Erwägung ziehen, denn der Ladevorgang ist damit deutlich sicherer als mit Mode-2-Kabeln.

Wenn Sie sich ein Ladekabel kaufen wollen, sollten Sie ein paar Dinge beachten. Wir haben 5 wichtige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie das richtige Kabel für Ihr Fahrzeug finden und es korrekt verwenden. Wichtig vorab: Sollte Ihr Ladekabel beschädigt sein oder nicht richtig funktionieren, muss es immer sofort ausgetauscht werden, um schlimmere Folgen zu vermeiden.

 

  1. Achten Sie beim Kauf darauf, dass am Ladekabel auch der richtige Stecker verbaut ist. Ist das nicht der Fall, brauchen Sie zusätzlich einen Adapter.
  2. Wie lang sollte ein Ladekabel für E-Autos sein? Standard ist eine Länge von 5 Metern. Auch extralange Kabel mit einer Länge von bis zu 15 Metern sind erhältlich. Diese sind allerdings deutlich schwerer und unhandlicher und können mit eventuellen Ladeverlusten einhergehen.
  3. Platzieren Sie das Kabel beim Laden an einer Ladestation so, dass es keine Stolpergefahr darstellt und niemand darüberfahren kann. Sonst besteht die Gefahr, dass es ungewollt aus der Station gezogen wird.
  4. Laden Sie Ihr E-Auto zu Hause in einem geschlossenen Raum, sollten Sie auf eine gute Belüftung achten, um das Brandrisiko zu senken.
  5. Lagern Sie das Kabel bei Nichtgebrauch in einer Aufbewahrungsbox und achten Sie darauf, dass es nicht geknickt, sondern gerollt ist.

 

Während die Auswahl des Ladekabels noch recht übersichtlich ist, passiert es bei den verschiedenen Ladesteckern schon mal häufiger, dass man den Überblick verliert. Wir stellen Ihnen die häufigsten Steckertypen für E-Autos vor.

 

Typ-1-Stecker

Typ-1-Stecker sind einphasige Stecker, die für Ladeleistungen von bis zu 7,4 Kilowatt bzw. 230 Volt, 32 Ampere geeignet sind. Mit dem dreiphasigen Stromnetz in Deutschland wäre allerdings eine höhere Ladeleistung möglich, deswegen sind diese Steckertypen nicht besonders effizient. Darum findet der Typ-1-Stecker vor allem in Asien und den USA Verwendung, in Europa gibt es hingegen kaum Ladestationen, an denen Typ-1-Ladekabel fest angeschlossen sind.

Autohersteller, die diese Stecker verwenden, sind z. B. Nissan, Hyundai und Ford. Allerdings liefern auch diese innerhalb Europas in der Regel einen Typ-2-Stecker mit.

Wichtig zu wissen: Bei Typ-1-Steckern ist eine Verriegelung des Ladekabels nicht möglich.

 

Typ-2-Stecker

Dreiphasige Stecker, auch Mennekes-Stecker genannt, können zu Hause mit bis zu 22 Kilowatt, 400 Volt und 32 Ampere laden. An Ladestationen ist die Ladeleistung sogar noch höher: Hier sind bis zu 43 Kilowatt, 400 Volt und 63 Ampere möglich. Seit 2013 ist dieser Stecker-Typ in der EU Standard, weshalb er auch in Deutschland an den meisten öffentlichen Ladepunkten integriert ist. Mercedes, VW und Audi sind Hersteller, die ihre Fahrzeuge mit Typ-2-Steckern ausstatten.

Mit Typ-1- und Typ-2-Steckern wird AC-Strom (Wechselstrom) „getankt“. Allerdings benötigen Elektroautos Gleichstrom (DC). Darum ist in den Anschlüssen ein Gleichrichter integriert, der den geladenen Strom in Gleichstrom umwandelt. Der größte Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Steckern ist die Ladeleistung.

 

Typ-3-Stecker

Der Typ-3-Stecker wurde eigentlich parallel zum Typ-2-Stecker entwickelt, konnte sich auf dem Markt allerdings nicht durchsetzen. Heute spielt er in Deutschland keine nennenswerte Rolle mehr. In der Entwicklungsphase wurden zwei Varianten dieser Stecker-Typen hergestellt: Typ-3A-Stecker, die einphasig sind und eine Leistung von max. 43 Kilowatt aufweisen, und Typ-3C-Stecker, die bei gleicher Leistung dreiphasig laden. Das, was diese Stecker so besonders gemacht hat, war eine integrierte Schutzkappe. Mittlerweile ist ein solcher Sicherheits-Shutter aber auch an den standardmäßigen Typ-2-Steckern zu finden.

 

CCS-Stecker bzw. Combo-Stecker

Der Combined-Charging-System-Stecker (CCS-Stecker) ist eine Weiterentwicklung des Typ-2-Steckers und weist ein paar nützliche Extras auf, wodurch ein schnelleres Laden möglich ist. Während die unteren Kontakte über Gleichstrom laden, lädt der Typ-2-Anschluss über Wechselstrom. Somit unterstützt der CCS-Stecker AC und DC gleichermaßen und erbringt dabei eine Ladeleistung von bis zu 170 Kilowatt – Ladestationen in Deutschland bieten in der Regel 50 Kilowatt. Darum spricht man hier auch vom „Combo-Stecker“. Mittlerweile haben die meisten E-Autos in Deutschland ein CCS-System und können somit sowohl AC als auch DC laden.

 

CHAdeMO-Stecker

Der CHAdeMO-Ladestecker findet seinen Ursprung in Japan. Sein Name ist eine Abkürzung für „Charge de Move“. Ziel dieses Steckers ist es, mit einer Leistung von max. 100 Kilowatt über eine Schnellladung Gleichstrom zu laden. Automarken wie Toyota, Nissan und Mitsubishi sind mit diesem Stecker kompatibel. Wie es mit diesem Stecker weitergeht, ist allerdings noch unklar. Experten schätzen, dass der CHAdeMO-Stecker vom CCS-Stecker in naher Zukunft verdrängt wird.

 

Tesla Supercharger

Der Name lässt es schon vermuten: Der Tesla Supercharger wurde von Tesla selbst entwickelt und ist dem Typ-2-Stecker sehr ähnlich. Der Unterschied: An Ladestationen mit Tesla Supercharger können ausschließlich Tesla-Autos Strom tanken. Für diese ist die Ladung dann allerdings auch kostenlos. Der Supercharger hat eine Leistung von max. 120 Kilowatt in DC.

 

Schuko-Stecker

Auch über eine herkömmliche Schuko-Steckdose (Schutzkontakt-Steckdose) mit einer Ladeleistung von max. 3,7 Kilowatt, 230 Volt, 16 Ampere können E-Autos daheim oder unterwegs geladen werden. Das sollte aber nur im Notfall geschehen, denn die Heimsteckdose ist eigentlich nicht für solche hohen Dauerbelastungen ausgelegt. Empfohlen wird stattdessen die Verwendung einer Wallbox.

 

CEE-Stecker bzw. Camping-Stecker

Den CEE-Stecker gibt es in unterschiedlichen Varianten. Der blaue CEE-Stecker, auch Camping-Stecker genannt, ist einphasig und hat eine Leistung von max. 3,7 Kilowatt bzw. 230 Volt und 16 Ampere. Schon vor der Erfindung des E-Autos wurden mit diesem Modell Wohnmobile mit Strom versorgt. Im Gegensatz zur Schuko-Steckdose ist die Dauerbelastung für einen CEE-Stecker unproblematisch.

Der rote CEE-Stecker ist dreiphasig und für Industriesteckdosen gemacht. Der CEE16 (kleiner Industriestecker) erbringt Ladeleistungen von max. 11 Kilowatt bzw. 400 Volt und 16 Ampere, der CEE32 (großer Industriestecker) schafft bis zu 22 Kilowatt bzw. 400 Volt, 32 Ampere.

Die beiden Ladestecker-Typen CCS und CHAdeMO laden Gleichstrom – diese Kabel sind in der Regel immer an den Ladestationen befestigt, das heißt Sie benötigen kein eigenes Ladekabel. Auch bei Schnellladungen mit Gleichstrom oder bei Ladesäulen mit Wechselstrom ab 43 Kilowatt ist das Ladekabel in der Regel bereits angeschlossen.

Andere, gewöhnliche Ladesäulen laden Wechselstrom und haben meist eine Typ-2-Box eingebaut. An diesen Stationen können Sie Ihr eigenes Mode-3-Ladekabel mit dem typischen Typ-2-Stecker selbst anschließen. Sie haben lediglich einen Typ-1-Stecker? Dann benötigen Sie zusätzlich einen Adapter.

Die Ladezeit für E-Autos hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Ladetechnik des E-Autos
  • Ladekapazität der E-Auto-Batterie
  • Leistung der Ladesäule
     

Dennoch lassen sich Richtwerte zur Ladedauer ermitteln: Ein E-Auto lädt an einer AC/DC-Ladesäule mit 11 bis 22 Kilowatt im Durchschnitt zwischen 2 und 5 Stunden, bis der Akku wieder voll ist. Als Vergleich: Eine Ultraschnellladestation, die Gleichstrom lädt, kann die Ladedauer auf nur wenige Minuten verkürzen. Die Reichweite eines E-Autos hängt übrigens auch von anderen Faktoren ab und kann durch Sie positiv beeinflusst werden.

Schon gewusst? Die Ladeleistung wird durch das Batteriemanagement-System im Auto geregelt – so wird der Akku geschont. Dieses System stellt sicher, dass immer die ideale Ladeleistung gewählt wird. Darum lädt ein Auto auch mal schneller und mal langsamer.

Wer sein E-Auto laden will, benötigt das richtige Ladekabel mit dem passenden Stecker. Bisher hat die Industrie es nicht geschafft, einen weltweiten Standard festzulegen. Mit einem Mode-2-Kabel können Sie zu Hause laden, während Sie für unterwegs ein Mode-3-Kabel benötigen.

In Deutschland, so wie in der ganzen EU, hat sich der Typ-2-Stecker (Mennekes-Stecker) als Standard durchgesetzt. Wer sein Auto aber über eine Schnellladung mit Gleichstrom laden will, benötigt meist einen CSS-/Combo-Stecker.

Sollte es beim Laden Ihres E-Autos doch mal zu Problemen kommen, sind Sie mit der E-Auto-Versicherung der HUK24 auf der sicheren Seite: Diese beinhaltet nämlich auch den Schutz Ihres Akkus in der Kaskoversicherung. Sie haben Angst, dass Ihnen unterwegs der Strom ausgeht? Der Kfz-Schutzbrief hilft: Wir kümmern uns darum, dass Sie sicher bis zur nächsten Ladestation gebracht werden.