Verkehrsverstöße im Ausland

Manch einer, der mit dem Auto im Ausland war, kennt die unliebsamen Souvenirs: Strafzettel aus dem Ausland. Einige lösen Kopfschütteln aus, andere Kopfschmerzen. Viele Leute glauben, solche Bescheide einfach ignorieren zu können. Allerdings ist das nicht so einfach. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen darüber, in welchem Fall Sie unbedingt Strafzettel aus dem Ausland bezahlen sollten.

 

Wenn Engel reisen, lacht der Himmel

Der erste und beste Tipp: Keine Verkehrsverstöße im Ausland begehen. In vielen Ländern herrschen andere Vorstellungen davon, was den Verkehr gefährdet und wie regelwidriges Verhalten geahndet wird. Informieren Sie sich am besten vor jeder Auslandsreise darüber, welche Konsequenzen Verkehrsverstöße in Ihrem Reiseland haben können.

 

Bier und Wein, das lass sein

Das beginnt mit dem Bierchen zum Abendessen. In Polen sollten Sie es angesichts der Promillegrenze von 0,2 bei einem bewenden lassen, in Tschechien steigen Sie lieber auf Mineralwasser um: den dort herrschen 0,0 Promille. Andere Länder haben höhere Grenzwerte, aber auch höhere Bußgelder bei Überschreitung. In Dänemark etwa kann Sie der Schluck zu viel am Steuer einen Monatsnettoverdienst kosten. Somit gilt im Zweifelsfall: Hände entweder weg vom Alkohol oder vom Steuer.

 

Runter vom Gas und nicht ans Handy gehen

Auch Ihr Gaspedal sollten Sie im Ausland unter Kontrolle halten. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu 20 km/h – in Deutschland mit bis zu 35 € geahndet – sind Sie in der Schweiz oder den Niederlanden mindestens 165 €, in Italien mindestens 170 € los. Mit dem Handy am Steuer erwischt werden, kann noch teurer werden. Das kostet Sie in Spanien, Dänemark oder Großbritannien gleich 200 €.

 

Rabatt für den Strafzettel? Das gibt es!

Ist es doch einmal passiert, können Sie in Frankreich, Italien und Spanien sogar Rabatte nutzen, wenn Sie Bußgelder sofort bezahlen. Haben Sie Einwände gegen die erhobene Forderung, sollten Sie so schnell wie möglich einen Widerspruch – möglichst in Landessprache oder auf Englisch – verfassen.

 

Der lange Arm der Bußgelder

Verlassen Sie sich auf keinen Fall darauf, einen Strafzettel aus dem Ausland aussitzen zu können. Denn ab einer Bagatellgrenze von 70 € übernimmt das Bundesamt für Justiz die Eintreibung. Und die ist schnell erreicht, denn auch Verfahrenskosten werden mitgerechnet. So kann Sie eine kleine Urlaubssünde doch noch zu Hause einholen, und wenn es nur ganz kurzes Falschparken war.

 

Keine Panik bei Inkassoschreiben

Beruhigt können Sie hingegen sein, wenn ein Bußgeld aus dem Ausland über ein Inkassobüro eingetrieben werden soll. Diese haben keine Handhabe, eine entsprechende Forderung einzutreiben. Auch die Androhung einer Schufa-Benachrichtigung greift ins Leere. Denn dazu haben Inkassobüros ebenfalls kein Recht. Holen Sie sich im Zweifelsfall rechtskundigen Rat ein. Denn auch, wenn Sie solche Bußgeldbescheide erfolgreich ignorieren, andere tun dies nicht: Bei Ihrer nächsten Einreise in das entsprechende Land erinnert man sich womöglich an offene Rechnungen.

 
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