Was ist eine Überschussbeteiligung?
Versicherer legen die Versicherungsbeiträge ihrer Mitglieder am Kapitalmarkt an und erwirtschaften auf diese Weise Gewinne. Um die vereinbarten Versicherungssummen in jedem Fall zahlen zu können, sind sie verpflichtet, Beiträge vorsichtig zu kalkulieren und eher etwas höher anzusetzen, als auf Gewinne am Markt zu spekulieren.
In manchen Jahren hätten aufgrund der Gewinne auch niedrigere Beiträge der Mitglieder dafür ausgereicht, die Versicherungssummen zu decken; in anderen Jahren hätten sie höher ausfallen müssen. Die jährlich erwirtschafteten Überschüsse nutzen Lebensversicherungen als Sicherheitspuffer und Ausgleichsmechanismus, um diese Schwankungen abzufedern.
Auch die Sterblichkeitsrate der Versicherten wirkt sich auf die wirtschaftliche Situation der Versicherungen aus: Wenn überdurchschnittlich viele Versicherte während der Vertragslaufzeit versterben und hohe Summen ausgezahlt werden, schmälert dies die Investitionssumme der Versicherung und damit die Möglichkeit, am Kapitalmarkt Gewinne zu erzielen. In solchen Jahren wird eine Überschussbeteiligung der Risikolebensversicherung eher gering ausfallen.
Die Höhe der jährlichen Überschüsse einer Kapitallebensversicherung bzw. Risikolebensversicherung hängt von drei wesentlichen Faktoren ab:
- Höhe der am Kapitalmarkt erwirtschafteten Gewinne – hauptsächlich bei Kapitallebensversicherungen von Bedeutung
- Kostenstruktur des Versicherers – bei beiden Arten von Lebensversicherungen von Bedeutung
- Zahl der während der Vertragslaufzeit verstorbenen Versicherten – hauptsächlich bei Risikolebensversicherungen von Bedeutung
Aufgrund der Verteilung auf diese drei Säulen haben die seit Jahren sinkenden Gewinne am Kapitalmarkt kaum Auswirkungen auf die Überschussbeteiligungen der Risikolebensversicherungen (RLV). Entscheidend für die Stabilität der RLV-Überschüsse sind eher die Höhe der Kosten eines Versicherers und dessen Beitragskalkulation.