Wichtig: Unterversicherung des Hausrats vermeiden
Von einer Unterversicherung des Hausrats spricht man, wenn die vereinbarte Versicherungssumme einer Hausratversicherung den tatsächlichen Wert des Hausrats nicht abdeckt. Im Schadensfall leistet die Versicherung dann nicht in voller Höhe, sondern nur anteilig – die rechtliche Grundlage dafür bildet § 75 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Daher ist es ratsam, eine angemessene Versicherungssumme zu wählen.Beim Abschluss einer Hausratversicherung gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie die Deckungssumme ermittelt werden kann:
- Genaue Berechnung: Mittels eines Werteermittlungsbogens legen Sie Stück für Stück fest, welchen Gesamtwert (Neuwert) Ihr Hausrat hat. Die Versicherungssumme sollte mindestens diesem Wert entsprechen.
- Pauschale Berechnung: Die Versicherungssumme wird anhand Ihrer Wohnfläche berechnet, und zwar mit einem Pauschalbetrag pro Quadratmeter. Üblich sind 650–700 € pro Quadratmeter. Der Betrag variiert je nach Anbieter.
Tipp: Die HUK24 empfiehlt Ihnen für die pauschale Berechnung der Versicherungssumme, auf einen Betrag von mindestens 700 € pro Quadratmeter zu achten. Diese Höhe ist für einen durchschnittlichen Haushalt in den meisten Fällen angemessen. Bei der HUK24 gilt bei dieser Versicherungssumme bereits der Unterversicherungsverzicht.
Genaue Berechnung der Versicherungssumme
- Versicherungssumme entspricht mindestens dem Neuwert des Hausrats
- Wert des Hausrats muss detailliert berechnet werden
- Unterversicherungsverzicht möglich
Pauschale Berechnung der Versicherungssumme
- Versicherungssumme orientiert sich an der Wohnfläche
- Wert des Hausrats braucht nicht detailliert berechnet zu werden
- Unterversicherungsverzicht möglich
Die pauschale Berechnung der Versicherungssumme ist deutlich weniger aufwendig und kommt ohne eine detaillierte Schätzung des Hausratgesamtwerts aus. Wer keinen außergewöhnlich hochwertigen Hausrat besitzt, kann daher mit dieser Variante einiges an Zeit sparen und profitiert von einem unkomplizierten Abschluss der Versicherung.
Ein Unterversicherungsverzicht garantiert Ihnen, dass Sie auch bei einer bestehenden Unterversicherung im Schadensfall den vollständigen Schaden – höchstens bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme – erstattet bekommen. Was viele nicht wissen: Eine Unterversicherung wirkt sich auch bei kleineren Schäden auf die Höhe der Erstattung aus.
Beispiel: Versicherungsleistung im Falle einer Unterversicherung des Hausrats
Das Ehepaar Müller ist vor acht Jahren in eine gemeinsame Wohnung mit einer Fläche von 50 Quadratmetern gezogen. Beide Partner waren damals noch Studenten und verfügten nur über geringe Sachwerte.
Sie entschieden sich daher für eine pauschale Berechnung der Versicherungssumme und setzten 700 € pro Quadratmeter Wohnfläche an. Somit ergab sich eine Versicherungssumme von 35.000 € (50 m² x 700 €). Einen Unterversicherungsverzicht haben die späteren Eheleute damals nicht vereinbart.
Im Laufe der Jahre sind beide ins Berufsleben eingetreten und mit steigendem Gehalt hat sich allmählich auch der Wert ihres Hausrats erhöht: Sie haben eine teure Sofagarnitur und eine neue Küche gekauft, mehrere wertvolle Kunstgegenstände erworben und sich hochwertige Berufskleidung zugelegt. Hinzugekommen sind außerdem einige wertvolle Erbstücke. Insgesamt hat sich der Wert des Hausrats somit auf 70.000 € erhöht.
Von diesen 70.000 € sind jedoch nur 35.000 € – also die Hälfte – über die Hausratversicherung abgesichert. Es ergibt sich somit eine Unterversicherung von 50 %. Ein Ausgleich mittels Unterversicherungsverzicht ist nicht gegeben.
In der Wohnung entsteht nun durch einen Brand ein Schaden in Höhe von 8.000 €. Gut für die Müllers: Die Hausratversicherung deckt Brandschäden ab. Aufgrund der Unterversicherung kommt der Versicherer der Müllers jedoch nur für 50 % des Schadens auf und erstattet daher lediglich 4.000 €. Der Restschaden in Höhe von 4.000 € wird den Müllers nicht ausgeglichen – obwohl der Gesamtschaden im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme liegt.
Hätten die Müllers allerdings einen Unterversicherungsverzicht bei ihrer Hausratversicherung vereinbart, wäre der Versicherer verpflichtet, die gesamten 8.000 € zu erstatten.
Achtung: Käme es im Falle der Eheleute Müller zu einem Totalverlust des Hausrats, würden sie auch bei bestehendem Unterversicherungsverzicht nicht mehr als 35.000 € erstattet bekommen, da die Versicherung grundsätzlich nicht über die vereinbarte Versicherungssumme hinaus für Schäden aufkommt. Es zeigt sich also, dass eine angemessen hohe Versicherungssumme in jedem Fall zu empfehlen ist. Die HUK24 empfiehlt, regelmäßig zu prüfen, ob die vereinbarte Versicherungssumme noch dem tatsächlichen Neuwert des Hausrats entspricht.