Profiltiefe von Sommer- und Winterreifen: Gesetzliche Vorgaben vs. ADAC-Empfehlung
In der Regel weisen neue Sommer- oder Winterreifen eine Profiltiefe von 8 oder sogar 9 mm auf. Eine solch große Profiltiefe verringert das Risiko für sogenanntes Aquaplaning. Bei dem bildet sich ein Wasserfilm zwischen Reifen und Fahrbahn, wodurch die Untergrundhaftung verloren geht. Ein ausreichend tiefes Profil wirkt wie ein Drainagesystem: Das Wasser wird abgeleitet, bevor sich der Film bilden kann – und das geht umso besser, je tiefer das Profil ist.
Der ADAC hat das Fahrverhalten von Autos mit geringerer Profiltiefe untersucht und die Ergebnisse zusammengefasst. Die Auswertung zeigt, dass schon die Reduzierung der Profiltiefe von 8 auf 3 mm dazu führt, dass nur noch 30 % der ursprünglichen Wassermenge abgeleitet werden können. Weisen Autoreifen nur noch eine Mindestprofiltiefe der gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 mm auf, sind sogar nur noch 10 % der ursprünglichen Ableitfähigkeit vorhanden.
Tipp: Die Profiltiefe Ihrer (Winter-)Reifen sollte ein Punkt auf der TÜV-Checkliste sein. Beheben Sie idealerweise Mängel am Fahrzeug schon vor der Überprüfung: Dadurch lässt sich eine Nachprüfung vermeiden, sodass die Kosten für den TÜV nicht höher ausfallen als nötig.
Besonders wichtig ist die Profiltiefe bei Winterreifen. Bei Schnee auf der Fahrbahn können dank eines tieferen Profils die Winterreifen mehr Schnee und Schneematsch aufnehmen, sodass die Lamellen der Reifen besseren Halt auf dem Untergrund finden. Somit bieten neue Winterreifen mit einer Profiltiefe von 8 oder 9 mm deutlich mehr Sicherheit gegenüber abgefahrenen Reifen, selbst wenn diese noch gesetzlich zulässig sind.
Folgende Nachteile können sich aufgrund verringerter Profiltiefe ergeben:
- Der Bremsweg des Fahrzeugs wird länger.
- Das Kurvenverhalten verschlechtert sich.
- Die Bodenhaftung lässt nach.
Der ADAC empfiehlt für Ganzjahres- und Winterreifen ein Mindestprofil von 4 mm, für Sommerreifen eines von 3 mm Tiefe. Unabhängig von der Profiltiefe ist dringend anzuraten, einen Reifensatz nach spätestens zehn Jahren auszutauschen, um eine Gefährdung durch versteckte Verschleißerscheinungen auszuschließen. Die Gummimischung hat sich bis dahin verändert und kann nach so langer Zeit nicht mehr das leisten, wofür sie entwickelt wurde.